Andreas H.H. SubergGlacé für Glasinstrumentarium und elektronische Klänge Kompositionsauftrag zum 125-jährigen Jubiläum der Firma Derix Glasstudios, Taunusstein (1990) Die Komposition Glacé (glänzendes Gewebe) ist im weitesten Sinne seriellen Verfahren unterworfen. Den Kern der Komposition bildet ein elektronisch erzeugtes Glissandogewebe (Glasflöte, Gläserspiel), das als Kontinuum das Stück durchzieht. Der erste Teil, der von einem monochromen Klangbild beherrscht ist, verwebt homophone und polyphone Prinzipien zu einer übergeordneten Polyphonie. Jede der Ebenen ist an unterschiedliche proportionale System (Goldener Schnitt, Primzahlverhältnisse) gebunden. Der zweite Teil verarbeitet die Prinzipien des ersten, löst aber das monochrome Klangbild durch Hinzunahme anderer Instrumente weitgehend auf. Aus vorhandenen Proportionen entwickelt jedes Instrument sein eigenes Motiv und trägt so zu einer Individuation innerhalb des Gewebes bei. |